
Von Mitte August 2005 bis April 2006 unternahm die Theatercompagnie
>fliegende fische> unter der Leitung des Regisseurs Harald Fuhrmann eine
achtmonatige Theaterforschungsreise durch Indien und Nepal. Mit der Reise
verfolgten sie die Idee, eine universelle Theatersprache zu entwickeln. Dafür
hielten sie es für notwendig, zurückbesinnend auf die Ursprünge des Theaters,
den institutionalisierten Theaterbetrieb Deutschlands zu verlassen und eine
Zeit lang außerhalb des vertrauten Theater- und Kulturraums zu arbeiten. Sie
wählten Asien wegen seiner jahrhundertealten Theater- und Erzähltraditionen,
und seiner sich von der europäischen stark unterscheidenden Kultur und
Weltanschauung. Das Ziel ihres Projektes war die Konfrontation mit einem
gänzlich anderen Wertesystem.
Während der Reise suchten sie den Austausch mit den einheimischen Künstlern
und die Begegnung mit der Bevölkerung. Dazu gehörten Gastspiele in
Städten und Dörfern und auf Festivals, Unterricht in der klassischen indischen
Tanzform Chhau, Workshops in SOS-Kinderdörfern und Waisenschulen und
ein- bis vierwöchige „Theaterlaboratorien“ mit professionellen nepalesischen und
indischen Theatergruppen wie der „Aarohan-Theatregroup“ aus Kathmandu (
Nepal), der „Kala Academy“ (Goa), der „University of Calicut“ (Thrissur), sowie
der Theatergruppe „Sopanam“ mit ihrem Leiter Sri Kavalam Narayana Pannikar
(Trivandrum).
Zu den Höhepunkten der Reise zählten der Workshop mit den Theatergruppen
„Alternative Living Theatre“ „Ebong Amra“ und Monirath Group Theatre aus
Westbengal und der Auftritt beim „Nandikar- Festival in Kalkutta. Das auf der
Reise entstandene Repertoire (siehe Trailer) entwickelte das Ensemble in öffentlichen
Proben und im Anschluss an die Aufführungen im Dialog mit dem
indischen und nepalesischen Publikum ständig weiter.
Die gesammelten Geschichten waren zusammen mit den persönlichen Erfahrungen
Grundlage für die Stückentwicklung „Götter, Guru, Germany“, die
im Juni 2006 im Nationaltheater Mannheim Premiere hatte. Die Theaterforschungsreise
fand mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes, des Goethe-Institutes
sowie der Indischen Botschaft Berlin statt. Sie ist von Theatercompagnie
weitgehend durch Eigenfinanzierung realisiert und durch Spenden unterstützt
worden.
